8 Jahre Stiftung ResilienzForum. Wir sind READY2FLOW.

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8 Jahre Stiftung ResilienzForum – Angewandte Resilienz geht in Phase 2
Im August 2018 haben wir die Stiftung ResilienzForum gegründet, als neuen institutionellen Rahmen für eine bereits gewachsene Entwicklungs- und Ausbildungsarbeit rund um Angewandte Resilienz und das Resilienz-Zirkel-Training RZT®.
Die Stiftung hat uns in dieser ersten Phase vor allem eines ermöglicht: Zeit und Raum für Entwicklungsqualität. Für Weiterentwicklung, Erprobung, Verdichtung und Integration. Für die Frage, wie Resilienz-Kompetenz nicht isoliert vom Menschen, sondern in ihrer Beziehung zu sozialen, organisationalen und gesellschaftlichen Systemen verstanden und entwickelt werden kann.
Acht Jahre später ist vieles von dem, woran wir gearbeitet haben, gereift. Aus einzelnen Entwicklungssträngen sind tragfähige Frameworks, Qualifizierungsansätze und konkrete Anwendungen entstanden.
Deshalb beginnt für uns im August 2026 die Phase 2: Aus Resilienz als gesellschaftlichem Entwicklungsauftrag wird zunehmend Resilienzförderung als gesellschaftlicher Mitgestaltungsauftrag.
Wir sind READY2FLOW.
Eine Beitrag von Ella Gabriele Amann
Warum Entwicklungsarbeit manchmal einen Schutzraum braucht
Entwicklung folgt nicht immer der Geschwindigkeit eines Marktes. Neue Methoden, Modelle und Bildungsansätze können schnell Aufmerksamkeit erzeugen. Begriffe werden aufgegriffen, Programme entstehen, Erwartungen wachsen. Gleichzeitig braucht seriöse Entwicklungsarbeit etwas, das in beschleunigten Märkten leicht verloren geht: Zeit für Beobachtung, Erprobung, Integration, Korrektur und Reifung.
Mit der Stiftung ResilienzForum haben wir 2018 deshalb bewusst einen institutionellen Rahmen geschaffen, in dem nicht jedes Zwischenergebnis unmittelbar zum Produkt werden musste.
Die Stiftung wurde zum Schutzraum für Entwicklungsqualität.
In diesen Jahren haben wir noch intensiver entwickelt, auf unseren Publikationen weiter aufgebaut, unsere Methode umfassend praktisch erprobt und auf unterschiedlichen Anwendungsfelder angewendet. Entscheidend war jedoch, dass die Entwicklung selbst Vorrang behalten konnte.
Heute können wir rückblickend drei größere Entwicklungsbewegungen erkennen.
1. Resilienz-Kompetenz in ihrer Beziehung zum System
Ein zentraler Entwicklungsschritt war die weitere Ausarbeitung und Integration des RZT®-Loops. Resilienz lässt sich aus unserer Sicht nicht angemessen verstehen, wenn ausschließlich auf die Fähigkeiten eines einzelnen Menschen geschaut wird. Menschen handeln immer in Beziehungen, Teams, Organisationen und gesellschaftlichen Kontexten.
Individuelle Kompetenzen und systemische Rahmenbedingungen beeinflussen sich gegenseitig. Der RZT®-Loop wurde deshalb zu einem Core-Framework für die Arbeit an dieser Schnittstelle: zwischen Mensch und System, individueller Resilienzentwicklung und systemischer Resilienzförderung.
Damit wurde zugleich der Raum größer, in dem Angewandte Resilienz gedacht und eingesetzt werden kann: von persönlicher Resilienz über Leadership und Teamarbeit bis hin zu Organisations- und Regionalentwicklung.
2. Von Resilienzförderung zu integriertem Future Skills Development
Die zweite große Entwicklungsbewegung bestand darin, Resilienzförderung stärker mit Kompetenzentwicklung, Selbstorganisation, Lernen, Führung, organisationaler Entwicklung und den Anforderungen einer zunehmend digitalen Arbeits- und Lebenswelt zu verbinden. Daraus entstand schrittweise ein umfassenderes Future Skills Development Framework.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht die nächste Liste vermeintlich wichtiger Zukunftskompetenzen. Die entscheidende Frage lautet vielmehr: Wie lassen sich komplexe Resilienz- und Kompetenzmaßnahmen so entwickeln und implementieren, dass sie in realen Systemen wirksam werden?
Diese Frage gewinnt durch die KI-Transformation noch einmal erheblich an Bedeutung. Denn Organisationen benötigen heute nicht nur neues Wissen über Technologien. Menschen, Teams und Führungskräfte müssen lernen, mit Unsicherheit, veränderten Rollen, neuen Kompetenzanforderungen und beschleunigten Transformationsprozessen professionell umzugehen.
Resilienz und Future Skills Development, Digitale Resilienz und KI-Transformation gehören für uns - als Gestaltungsaufgabe unserer Zeit - deshalb zusammen.
3. Angewandte Resilienz braucht professionelle Facilitation-Praxis
Frameworks entfalten erst dann Wirkung, wenn Menschen mit ihnen arbeiten können. Die dritte große Entwicklungsbewegung der vergangenen Jahre war deshalb die Verdichtung unserer Erfahrungen in den 12 RZT®-Praktiken für Angewandte Resilienz.
Sie verbinden unter anderem somatische und polyvagal-informierte Perspektiven, trauma-informierte Facilitation, systemisch-integratives Arbeiten, Embodiment, Kompetenzentwicklung, dynamische Auftragsklärung, agile Lernsettings und die Frage nach angemessener Skalierung.
Damit rückt die Rolle derjenigen Menschen stärker in den Mittelpunkt, die Resilienzförderung praktisch begleiten: Trainer:innen, Coaches, Berater:innen, Pädagog:innen, Führungskräfte sowie Fachpersonen aus HR, Personal- und Organisationsentwicklung.
Denn die Qualität einer Resilienzmaßnahme entscheidet sich nicht allein an einem Modell oder einer Methode. Sie entscheidet sich wesentlich daran, wie professionell Entwicklungsräume gestaltet, Prozesse begleitet und Interventionen an Menschen, Situationen und Systeme angepasst werden.
4. Aus dem gesellschaftlichen Entwicklungsauftrag wird für ein Mitgestaltungsauftrag
Mit dem achtjährigen Bestehen der Stiftung verändert sich deshalb nicht unsere fachliche Herkunft. Es verändert sich in Phase 2 auch der Schwerpunkt unserer Stiftungsarbeit. Die Entwicklungsarbeit geht weiter. Aber wir möchten sie stärker öffnen.
Phase 2 steht für uns dafür, Resilienz tiefer zu erforschen, mehr Wirksamkeit in der Anwendung zu entwickeln, Fort- und Weiterbildung gezielter zu fördern und Angewandte Resilienz dort zugänglich zu machen, wo sie gesellschaftlich Wirkung entfalten kann: in den Händen und in der Praxis gut qualifizierter Multiplikator:innen.
Damit verändert sich auch unser Verständnis des Stiftungsauftrags. Aus Resilienz als gesellschaftlichem Entwicklungsauftrag wird Angewandte Resilienzförderung als gesellschaftlicher Mitgestaltungsauftrag in der Fort- und Weiterbildung.
Doch können Institution wie wir diese Aufgabe nicht alleine bernehmen. Resilienzförderung braucht Bildungsorganisationen und Unternehmen, Fachkräfte und Führungskräfte, Förderer und Kooperationspartner, Wissenschaft und Praxis – und Räume, in denen unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven miteinander in Dialog kommen können.
Wir sind READY2FLOW!
Mit Phase 2 werden wir deshalb auch unsere Entwicklungsarbeit stärker öffentlich zugänglich machen. Hier im ResilienzForum werden wir in den kommenden Monaten unter anderem zeigen,
- woher unsere Arbeit kommt,
- wie wir Resilienz heute und mit Blick auf Resilienz 2040 verstehen,
- wie Angewandte Resilienz in unterschiedlichen Praxisfeldern umgesetzt werden kann,
- welche Methoden und Frameworks dabei eine Rolle spielen,
- welche Projekte wir entwickeln und fördern,
- und welche Fragen uns in der nächsten Phase besonders beschäftigen.
Dabei geht es uns nicht um mehr Sichtbarkeit um ihrer selbst willen. Es geht um Sharing, Caring, Transformation, Transfer und Tiefe – und darum, mehr Menschen einzuladen, Resilienzförderung gemeinsam mit uns weiterzuentwickeln und in die Praxis zu bringen.